02.12.2020 ● Redaktion agrajo
Arekapak: Alternative für Plastikverpackungen
Hallo ihr beide! Stellt euch und eurer Unternehmen bitte gern einmal kurz vor.
Wir sind Arekapak aus Berlin. Gemeinsam mit unserem indischen Team entwickeln wir nachhaltige Produktverpackungen aus Palmblättern, die wir im Süden Indiens produzieren. Wir, Nicole und Alexandra, kennen uns aus dem Kommunikationsdesign-Studium und haben 2015 zusammen ein Auslandssemester in Indien verbracht. Dort haben wir Babu kennengelernt, der Arekapak als unser indischer Partner gemeinsam mit uns aufbaut. Ursprünglich entstand die Idee zur Gründung aus unserer Bachelorarbeit, in der wir das Konzept und die ersten Prototypen entwickelten.
Nun sind wir natürlich gespannt auf euer Produkt. Was stellt Ihr her und was ist das Besondere?
Wir gestalten Produktverpackungen aus dem Blatt der Arekapalme, das in Indien als Agrarnebenprodukt anfällt und ganz ohne chemische Zusatzstoffe in Form gebracht werden kann. So sind die Verpackungen zu 100% natürlich und kompostierbar. Durch das natürliche, holzähnliche Material haben unsere Produkte eine tolle Ästhetik und bringen noch weitere spannende Eigenschaften mit sich: sie sind Ofen- und Mikrowellenfest und können natürlich auch im Kühl- oder Gefrierschrank gelagert werden.
Wie seid ihr darauf gekommen eine alternative Verpackung zu entwickeln? Wie und wo ist die Produktidee entstanden?
Als wir damals in Indien waren, ist uns aufgefallen, dass es dort nur sehr schlechte Müllentsorgungssysteme und auch sonst wenig Bewusstsein für die Müllentsorgung gibt. Dementsprechend liegt überall Plastikmüll auf den Straßen und in der Natur. Gleichzeitig konnten wir aber auch beobachten, wie in Indien häufig noch Naturmaterialien als Verpackung eingesetzt werden. Das fanden wir sehr spannend und wollten uns mit dem Thema näher auseinandersetzten, was wir dann im Zuge unserer Bachelorarbeit taten.
Nachhaltigkeit ist bereits seit Jahren in aller Munde. Wieso ist genau euer Produkt nachhaltig für die Umwelt?
Der Rohstoff ist ein nachwachsendes Agrarnebenprodukt, somit muss kein einziger Baum für unsere Produktion gefällt werden. Außerdem verwenden wir in unserem Verarbeitungsprozess keine weiteren Zusatzstoffe, außer Wasser zur Reinigung der Blätter. Das Pressverfahren, in dem die Blätter in Form gebracht werden, ist vergleichsweise energiearm. Auf den Schiffstransport würden wir natürlich gern verzichten, auch wenn der im Verhältnis gesehen gar nicht den größten Einfluss auf die Ökobilanz hat. Zudem unterstützen wir mit unserer Produktion in Indien die Kleinindustrie vor Ort und sichern Arbeitsplätze in ländlichen Regionen – vor allem für Frauen.
Uns interessiert auch der Entwicklungsprozess. Wie war der Weg von der Idee bis zum maschinell produzierten Produkt? Und wie wird es jetzt hergestellt?
Die ersten Prototypen haben wir zu Hause im Backofen mit selbst gebauten Holzformen und Schraubzwingen hergestellt. Das war eine ganz schön harte Arbeit und wir haben einige Brandblasen davon getragen. Daher sind wir froh, dass wir inzwischen eine echte Produktion in Indien haben. Die Herstellung erfolgt durch einfache hydraulische Pressen, durch die das Rohmaterial mit Hitze und Druck in Form gepresst wird.
Könnt ihr uns noch etwas zu euren Kunden und Abnehmern sagen? Wo gibt es die Plastikalternative schon?
Im letzten Jahr haben wir die ersten Pilotprojekte mit dem Catering-Unternehmen RefuEat aus Berlin realisiert. Die Umsetzung eines neuen Produktes in Indien war allerdings eine große Herausforderung und wir haben lange an der optimalen Qualität gefeilt. Wir stehen gleichzeitig mit vielen weiteren Interessenten im Kontakt und wollen unsere Produkte nun auch weiteren Abnehmern anbieten. Dafür arbeiten wir derzeit auch an einer neuen Website.
Welche Produkt-Variationen gibt es? Gibt es schon Weiterentwicklungsideen?
Wir haben zuerst eine Linie aus verschiedenen Produktgrößen entwickelt, um zu testen, was auf dem Markt ankommt. Ideen für weitere Produkte haben wir viele. Auch individuelle Designs und passende Printgestaltung wie Banderolen oder Aufkleber möchten wir in Zukunft mit anbieten, sobald wir ausreichend Kapazitäten dafür haben.
Welche Pläne habt ihr für die Zukunft? Welche Ziele habt ihr?
Wir möchten in Zukunft weitere natürliche Verpackungen entwickeln und neue Naturmaterialien erforschen, so dass wir für verschiedene Bedürfnisse passende nachhaltige Lösungen anbieten können. Zusätzlich möchten wir die indisch-deutsche Zusammenarbeit stärken und gemeinsam soziale Projekte umsetzen. Uns schwirren noch so viele Projektideen im Kopf.
Hast du noch ein paar abschließende Wort für alle, die auch eine bahnbrechende Idee im Kopf haben, die der Umwelt zugutekommt?
Habt den Mut loszulegen und holt euch Unterstützung, wenn ihr nicht weiter kommt. Hört dabei auf euer Bauchgefühl und lasst euch nicht blenden von großen Versprechen. Und zuletzt, lasst euch nicht von dem oft steinigen Weg entmutigen und macht weiter, wenn es mal schwierig wird.
Herzlichen Dank für das Interview! Ihr leistet mit Arekapak einen großen Beitrag für die Umwelt. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg sowohl privat als auch mit eurem Unternehmen.
Du bist neugierig auf Arekapak geworden? Schau auf arekapak.de vorbei. Hier findest Du noch mehr Infos und News zu den Produkten.
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